Montag

Die Meisten Schüler fahren im 8. Schuljahr in eine Jugendherberge, so nahmen wir uns eine solche Fahrt auch vor. Diese Fahrt musste gut organisiert und geplant werden. Jeder von uns suchte beliebte Ziele für eine Klassenfahrt heraus, bis einer schließlich auf die Stadt Gerolstein kam. Uns war sicher, dass dies unser Ziel wird. Nach intensiver Vorbereitung war es endlich so weit. Als erstes stellen wir einige Informationen über Gerolstein bereit, um dem Leser einen guten Eindruck zu überliefern:
Gerolstein ist das Zentrum für Geologie und Mineralogie, da die Stadt der absolute Mittelpunkt der Vulkaneifel ist. So kann man viele Museen über Vulkanismus besuchen. Man kann beobachten, dass unvorstellbare Kräfte die Landschaft formten und so viele Klippen, Dolomitfelsen, Schluchten und Höhlen entstanden sind. In Gerolstein gibt es das einzigste zusammenhängende Dolomitfelsmassiv außerhalb den Alpen. Dazu gehört die Munterley und ein erloschender Vulkan (Trockenmaar), die Papenkaule. Versteinerte Meerespflanzen und -Tiere aus der Zeit des Devon können leicht gefunden werden und ein neu angelegter Geopfad führt einen in dieses Zeitalter. Außerdem bietet Gerolstein auch viel im kulturellen Sinn, wie die Kasselburg, die zu den bedeuternsten Burgruinen in der Eifel gehört. In dem Park um die Burg herum, lebt das größte Wolfsrudel Europas, sowie verschiedene Arten von Greifvögeln. Sehr empfehlenswert ist die damit verbundene Vogel-Vorführung, wo Greifvögel frei gelassen werden und man so das Flugverhalten kennen lernt. In der Freizeit kann nie langweile aufkommen, da Tennisplätze, Kegelbahnen, eine Badmintonhalle und Squash vorhanden sind. Außerdem kann man sich Fahrräder ausleihen und die vielen Wandermöglichkeiten ausnutzen, die durch reizvolle und wunderschöne Landschaften führen.
Ich hoffe ein guter Einblick wurde gewährt.

Um spätestens 8.45 Uhr mussten wir uns am Haupteingang des Max-Planck Gymnasiums treffen. Gespannt auf die Jugendherberge und Gerolstein machten wir uns um 9.00 Uhr auf den Weg. Einige male standen wir im Stau, der uns aber nicht ziemlich lange aufhielt. Einige holten fehlenden Schlaf nach, die anderen redeten fröhlich miteinander. Nach langer Fahrt kamen wir endlich am Museum Kommern an.
Die Drei-Felderwirschaft In diesem Freilichtmuseum konnten wir viel über unsere Vorfahren, ihre Lebensweise, Arbeit und Hausbau lernen. Sie hatten es viel schwerer als wir heutzutage, da sie sehr hart arbeiten mussten und die Hilfsmittel wie Werkzeuge nicht so weitentwickelt wie die heutigen waren. Sehr wichtig war das betreiben von Ackerbau und Viehzucht. Im Freilichtmuseum konnte man eine wichtige Variante des Ackerbaus sehen, die Dreifelderwirtschaft, wobei in 3 Jahren Wintergetreide und Hackfrüchte (Brache) miteinander abwechseln und jeweils 1/3 der Fläche jährlich wechselnd einnehmen. Das Freilichtmuseum bietet Lebensraum für Kühe, die man früher z.B. an Eggen gespannt hat, um das Land aufzulockern. Man wusste, dass man mit solchen Tieren gut umgehen musste, d.h. man sollte sie nicht mit Peitsche schlagen, den Tieren immer mal eine Ruhepause gönnen und sie täglich füttern, da die Tiere sonst die Arbeit verweigern.
Die Häuser waren sehr altmodisch gebaut, man benutzte Lehm für Wände und mit Stroh oder anderen Gräsern deckte man die Dächer ab, wo später schon Ziegel eingebaut wurden. Neben dem Haus ist noch eine Scheune angebaut. Die Einrichtung ist sehr primitiv für heutige Zeiten, wie z.B. alte Küchen und sehr kleine Betten. Außerdem konnte man früher nur schlecht die Häuser isolieren, so blieben die meisten Innenräume sehr kalt und ungemütlich. In den Innenräumen kann viele Holzbalken sehen, die als Stützen für den Innenraum dienten.
Sehr berühmt damals war der sogenannte Tante Emma Laden. Solche Läden waren kleine Lebensmittelgeschäfte und verkauften auch Dinge, die jeder im Alltag benutzte. Die Führung im Freilichtmuseum war sehr interessant und hat uns sehr viel Spaß gemacht. 
Unsere "Jungs" vor "Tante Emma´s Laden" aus den 30er Jahren!!! An den Rundgang dieses Museums war eine Ausstellung über dei Auswanderung nach Amerika verbunden. Lebensechte Modelle der Menschen in dieser Zeit durchziehen dort eine düstere Landschaft und Stadt. Menschen, die an einem Galgen aufgehangen wurden, sollten den Grund für die Auswanderung nach Amerika deutlich machen. Früher gab es viele Leute, die aus politischen und religiösen Gründen verfolgt wurden. Sie mussten sich eine neue Existenz aufbauen und wanderten so nach Amerika aus. Eine Lebensechte Atmosphäre wird erschaffen, da man Menschen in Häusern oder auf den Straßen sehen kann, die Karten spielen oder sich unterhielten. Wir fanden das Museum ein wenig gruselig, da es ziemlich dunkel in dem Museum war und die Modelle der Menschen Angst einflößend aussahen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt!!
Nun waren wir mit dem Besuch von Museen fertig und konnten uns auf den Weg zur Jugendherberge machen. Wir kamen noch vor dem Abendessen an, mussten unser Gepäck auf die Zimmer schleppen und auspacken. Die Zimmer waren nett eingerichtet und wir fühlten uns wohl.
Die Jugendherberge liegt oberhalb der Stadt und ermöglicht so einen guten Ausblick auf die Umgebung. Sie wurde im Jahre 1975 erbaut und ist modern, sowie großzügig eingerichtet, mit 40 Zimmern, wobei 18 davon für Familien geeignet sind (4 Betten,4Waschbecken). Noch gibt es 16 Sechsbettzimmer und 6 Zweibettzimmer. So kann man den Urlaub erholsam genießen. Aber das ist noch nicht alles!!! Es sind noch 5 Tages- und Aufhentaltsräume, ein Mehrzweckraum für Disco oder Filmabende, Filmprojektoren, ein Video- uni Fernsehgerät, ein Overheadprojektor und ein Klavier vorhanden. Für Sport und Spiel sind noch 6 Tischtennisplatten aufgestellt (4 außerhalb des Gebäudes, 2 innerhalb). Außerdem ist eine große Spielwiese mit Bolzplatz und eine Feuerstelle für Grillmöglichkeiten dort. Um 6 Uhr bekamen wir unser Abendessen, welches uns sehr gut geschmeckt hat. Einige Schüler unserer Klasse hielten noch Referate zu bestimmten Themen. Eines über die Köhlerei beinhaltete alle Informationen zum Verkohlungsprozess und berichtete über das Leben der Köhler. Der Wald wurde in der vor und frühindustriellen Zeit in die Landwirtschaft mit einbezogen. Noch gab es zwei Varianten der landwirtschaftlichen Nutzung des Waldes, die Rottewirtschaft und die Schifferwirtschaft. Bei der ersten wechseln Feld- und Waldnutzung periodisch und man versucht den Baumbestand zu erhalten, da man die Wurzelstöcke nicht entfernt. Bei der Schifferwirtschaft werden auch Wurzelstöcke gerodet, wobei das Brachland als Schafweidefläche genutzt wird.
Da der Bedarf an Holzkohle sehr wichtig war, wurde viel Holz gerodet und die Fläche des Waldes ging schließlich immer mehr zurück.
Da sich später die Eisenindustrie in Steinkohlegebiete bewegte, verlor die Köhlerei an Existenz. Die Köhler selber waren sehr abgeschnitten von Der Zivilisation und wurden so Einsiedler. Da kein Sauerstoff beim Verkohlungsprozess vorhanden ist glüht das Holz durch und so kann Holzkohle entstehen.
Die weiteren Referate waren über die Auswanderung nach Amerika und Fachwerkhäuser. Informationen darüber wurden oben schon genannt.
Um 21.30 Uhr mussten wir auf unsere Zimmer und um 22.00 Uhr war Bettruhe. Wir konnten nur sehr schlecht schlafen, da wir uns noch an die Betten gewöhnen mussten.
Dies war ein sehr aufregender 1. Tag!!!


Tobias Klöcker, Markus Hilgert, Björn Bähren, Michael Knipping